Über mich

Tante Grete – Möbelgeschichten

Die Frage der Konstruktion von Identität und Bedeutung beschäftigt die klassische Philosophie seit jeher – Design als Mittel zum Ausdruck ist unmittelbar damit verknüpft. Wir umgeben uns im privaten Raum mit Dingen, die wir als schön und für uns selbst bedeutsam empfinden. Der von uns individuell gestaltete „Wohlfühlraum“ ist wesentlicher Teil unserer Persönlichkeit. Design und Kunst haben orientierende Funktionen bei der Inszenierung unseres individuellen Lebensstils.

Wer kennt nicht das Gefühl der Faszination bei der Betrachtung prächtiger Gebäudefassaden, streicht nicht gern über perfekt geschwungene Jugendstilmöbel, saugt nicht gern den herben Geruch von altem Leder in einem formvollendeten Oldtimermobil aus den 60er Jahren ein? Alte Designartefakte wecken Erinnerungen und Assoziationen, und sie erzählen Geschichten aus längst vergangener Zeit.

Als Architektin mit einer Leidenschaft für Möbeldesign teile ich die Faszination für vergangene Designepochen – suche aber gleichzeitig nach einem gestalterischen Weg, altmodischen Stücken neues Leben einzuhauchen. Dabei soll ihnen etwas hinzugefügt werden – um sie so in unsere Zeit zu transformieren. Genau dies ist die Grundidee des Labels Tante Grete. Alte Möbelstücke werden in Handarbeit mit modernen und stilfremden Designelementen kombiniert, um damit etwas völlig Neues entstehen zu lassen. Dem historischen Artefakt wird im Gestaltungsprozess quasi ein neuer „Text“, eine neue Bedeutung hinzugefügt, ohne dass die alte verloren geht.

Mit viel Liebe zum Detail und unberechenbarem Blick verwandelt das Label Tante Grete die Klassiker und bringt sie in neuem Gewand in unsere Zeit. Jedes Einzelstück erhält die Chance, seine Geschichte neu zu erzählen. Tante Grete fügt hinzu und nimmt weg – ganz so, wie es dem Möbelstück als Hauptperson gefällt: Romantisch, schrill, kitschig oder klassisch. Im neuen Look mit alten Brüchen präsentieren sich die gestalteten Möbel als gelebte und zugleich geliebte Schmuckstücke.

Tante Grete verbindet kreative Gestaltungsarbeit mit Emotionalität und Handwerk, sie ruft ästhetische, historische und zeitgeistaffine Sehnsüchte wach und grenzt sich von industrieller Massenproduktion ab.

Zur Künstlerin

Hinter dem Label Tante Grete steht die Künstlerin Deike Scharnberg, die ihre kreative Karriere 1992 mit dem Studium der Architektur an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg begann. Schon während ihres Studiums beschäftigte sie sich mit der praktischen Gestaltung von Möbeln. Als erstes Artefakt ging daraus das rollbare Einpersonenbüro „Mobil-Ei“ hervor, welches öffentlich ausgezeichnet und im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ausgestellt wurde.

Nach  Abschluss des Studiums baute die Künstlerin zunächst für ein Wohnungsunternehmen funktionale Siedlungshäuser, wechselte später in die Immobilienwirtschaft und Finanzdienstleistungsbranche.

Doch die Sehnsucht zur Gestaltung am konkreten Objekt, der tiefe Wunsch, sich künstlerisch auszudrücken, blieb. Nach Ausflügen in die Fotografie realisierte sie im Hamburger Schanzenviertel die Fotoausstellung „Die schlafende Schöne“.

Während eines längeren Auslandaufenthaltes in Bombay/Indien ließ sich die Künstlerin von der Farbigkeit, Lebendigkeit und dem kulturellen Mix dieser einzigartigen Kultur zutiefst beeindrucken. Möbel im britischen Kolonialstil, einzigartige Art-Deco Fassaden, leuchtende Saree-Stoffe und glitzernde Mode inspirierten sie zu der Idee, klassische Gebrauchskunst durch individuelle Umgestaltung in die heutige Zeit zu transformieren. Damit war die Idee zu Tante Grete und Design als Selbsterfahrung geboren.